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Newsletter 2. Quartal 2016

Neubau-Förderung

Sonderabschreibung für den Wohnungsbau

Am 3. Februar 2016 hat das Bundeskabinett die Einführung einer Sonderabschreibung für den Neubau von Wohnungen beschlossen. Die Förderung ist ein Schritt in die richtige Richtung, wird aber nicht ausreichen.

 

 

Für neu errichtete Wohnungen soll neben der Normalabschreibung von zwei Prozent in § 7 b EStG eine Sonderabschreibung eingeführt werden, die in den ersten beiden Jahren zehn Prozent und im dritten Jahr neun Prozent beträgt. Damit beträgt die Summe der Sonderabschreibungen und Normalabschreibungen in den ersten drei Jahren 35 Prozent. Der Restwert von 65 Prozent muss nach § 7 a Abs. 9 EStG auf die restlichen 47 Jahre des 50-jährigen Abschreibungszeitraums der Normalabschreibung verteilt werden.

 

Die Bemessungsgrundlage für die Sonderabschreibungen ist auf 2.000 Euro pro qm Wohnfläche begrenzt. Wenn die Baukosten mehr als 3.000 Euro pro qm Wohnfläche betragen, kann die Sonderabschreibung nicht in Anspruch genommen werden.

 

Gefördert werden Gebäude und Eigentumswohnungen, die der Erwerber im Jahr der Fertigstellung gekauft hat. Wenn der Investor Bauherr ist, wird nur die Herstellung von Gebäuden begünstigt, nicht aber von Eigentumswohnungen und Teileigentum. Erfüllen sowohl der Bauherr, als auch der Erwerber die Voraussetzungen für die Sonderabschreibungen, kann nur der Erwerber diese in Anspruch nehmen.

 

Voraussetzung ist, dass der Bauantrag nach dem 31. Dezember 2015 und vor dem 1. Januar 2019 gestellt wird. Der Bauantrag muss also spätestens im Jahre 2018 gestellt werden. Wenn kein Bauantrag erforderlich ist, kommt es auf die Bauanzeige an. Die Sonderabschreibung kann allerdings letztmalig im Jahre 2022 in Anspruch genommen werden. Wenn die Wohnung erst 2021 fertiggestellt wird, entfällt die Sonderabschreibung für das dritte Jahr.

 

Die Wohnung muss mindestens zehn Jahre lang vermietet werden. Wird sie vorher verkauft oder selbst genutzt, wird die Sonderabschreibung rückgängig gemacht. Außerdem ist sie regional begrenzt. Zur Bestimmung des so genannten Fördergebietes knüpft das Gesetz sowohl an das Wohngeld, als auch an die Mietpreisbremse und die Absenkung der Kappungsgrenze an. Zum Fördergebiet gehören Gebiete, die

 

• durch die Anlage zu § 1 Abs. 3 der Wohngeldverordnung

  den Mietstufen IV bis VI zugewiesen sind oder

 

• in denen die Mietpreisbremse nach § 556 d Abs. 2 BGB gilt oder

 

• in denen die auf 15 Prozent abgesenkte Kappungsgrenze nach

  § 558 Abs. 3 Satz 2 BGB gilt.

 

 

Beispiel siehe PDF.

 

 

 

Quellenangabe: Hans-Joachim Beck, IVD Bundesverband "Sonderabschreibung für den Wohnungsbau", AIZ 3/2016, S. 46, 47, 48.

 

http://www.ivd.net

 

  Beispieltabelle (Acrobat PDF, 78 KB)